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Norwegen 2025
Nach meiner Namibia-Reise erfüllte ich mir einen weiteren lang gehegten Traum und flog zum Polarlichtoval in den
Norden Norwegens. Mit Eurowings kann man relativ günstig von Düsseldorf direkt nach Tromø fliegen.
Mit dem Auto lohnt sich das nur, wenn man viel Zeit hat. Allein für eine Strecke müsste man mindestens 4 bis 5 Tage
einplanen.Allerdings wollte ich diesmal auch nicht so viel Gerätschaft mitnehmen. Die Kamera mit Stativ und Objektiven sollte reichen. Die richtige Zeit für solch eine Reise ist schwer zu finden. Einerseits sollte es lange dunkel sein, möglichst nicht sooo kalt und wenig bewölkt.
Leider widersprechen sich die Anforderungen eindeutig.
Immerhin ist es in Tromsø durch den Golfstrom nicht so kalt, wie man es bei einer nördlichen Breite von über 69°
vermuten sollte, aber im Winter sind es doch gerne mal 20° unter Null. Ob es Kleidung gibt, mit der man dann gerne
mehrere Stunden im Freien verbringen kann, habe ich nicht herausgefunden.
Ich entschied mich für Mitte März in
der Hoffnung, dass das Wetter dann noch einen Tick freundlicher ist, als im September oder Oktober. Wie sich
herausstellte, lagen die Temperaturen am Abend und in der Nacht bei knapp unter aber auch gut 10° unter Null.Der kritische Faktor am Nordmeer scheint aber, eindeutig das Wetter zu sein. Für meine zwei Wochen waren nur Bewölkung und Schneetreiben angesagt. Tatsächlich hatte ich auch einige Tage mit wechselnder Bewölkung und sogar einen komplett sonnigen Tag inkl. sternenklarer Nacht. Das Polarlicht ließ sich jedenfalls in der Nähe des solaren Maximums nicht lange bitten. Gefühlt konnte ich in jeder zweiten Wolkenlücke ein grünes Leuchten erkennen und hin und wieder konnte ich auch farbige Vorhänge bewundern, die sich schnell über den Himmel bewegten.
Nur vier Tage blieb ich in Tromsø. Die restlichen 10 Tage wollte ich möglichst mitten in dieser malerischen Gegend
verbringen und fuhr Richtung Lofoten zum Grovfjord (s.o.).
Auch Tromsø ist mit 80.000 Einwohnern keine Metropole, so dass man die unglaublich schöne Landschaft auch dort
genießen kann. Dennoch war es großartig, mit dem Auto an den Fjorden entlang zu fahren und das Licht zu allen
Tageszeiten am Grovfjord und seiner Umgebung zu genießen und zu fotografieren.
Ein wichtiger Aspekt in einem Häuschen am Fjord zu wohnen war aber auch, die Nordlichter praktisch direkt vor der
Haustür vor einer großartigen Kulisse erleben zu können.
Dann kann man immer mal wieder ins Haus gehen und sich einige
Minuten aufwärmen. Insgesamt klappte das obenrum mit Oberhemd, Wollpullover und Daunenjacke, sowie Skimaske und
Kapuze und untenrum mit langer Unterhose, dicker Jeans und Skihose. Schwachpunkt sind natürlich immer die Füße.
Hier hatte ich Treckingschuhe mit dicken Merino-Socken und chemische Sohlenwärmer aufzubieten. Eine fast ideale
Kombination, wenn die Sohlenwärmer nicht permanent Luft für die Aktivierung benötigt hätten. So kühlten meine Füße
nach ca. einer Stunde zu sehr aus. Drinnen brauchten die Dinger aber nur 5 Minuten an der Luft, um wieder zu "glühen"
und mir eine weitere Stunde unter dem Polarlicht zu bescheren.
Als Astrofotograph erschien mir die Entscheidung, um die Zeit des Vollmondes zu fahren sehr gewagt, war aber tatsächlich
goldrichtig. Landschaften aber auch Gebäude im Vordergrund werden wunderbar beleuchtet und man kann sehr ausgewogene
Aufnahmen machen. Meistens fotografierte ich mit einer halben Sekunde, ISO 800 und Blende 2,0. Gerade die schönen,
detailreichen "Vorhänge" wollte ich möglichst scharf abbilden. Im Nachhinein würde ich es gerne mit noch kürzeren
Verschlußzeiten probieren. Tatsächlich bewegen sich die Lichter erstaunlich schnell kreuz und quer über den Himmel.
Vermutlich bräuchte man eher eine 250stel als eine 30stel Sekunde für wirklich scharfe Fotos. Aber dafür bräuchte
man auch eine deutlich teurere Kamera. ;-)Im Übrigen ist die wunderbare Aurora Borealis auch für das bloße Auge im hohen Norden eine Pracht. Die schwächeren rötlichen Strukturen habe ich meistens nicht wahrgenommen. Der größte Teil leuchtet aber grünlich und manchmal so hell, dass man sie wohl auch unter einer Sonnenbrille problemlos hätte verfolgen können. |